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Allgemeines

ClimMig Conference in Wien (20.-21.09.2012)

Vom 20. bis 21. September 2012 fand die ClimMig Conference in Wien statt. Im Rahmen des Projektes „ClimMig: Klimawandelinduzierte Migration und der Bedarf an neuen normativen und institutionellen Rahmenwerken“ wurde die Konferenz durchgeführt zu der Wissenschaftler, Akademiker und Interessenten weltweit geladen waren. Das Projekt wird seit Mai 2011 vom Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (Wien, Österreich) und dem Institute for Sustainable Development and International Relations IDDRI (Paris, Frankreich) durchgeführt.

Im Mittelpunkt der Konferenz standen Menschenrechte im Angesicht von umwelt- und klimabedingter Migration. Walter Kälin von der Nansen Initiative (Bern, Schweiz) gehörte neben Jane McAdam (Australien) Roger Zetter (UK) ebenfalls zu den Keynote speakers am ersten Tag. Zusammen gaben sie einen Einblick und ihre Ansichten zum rechtlichen Rahmen für „Klimaflüchtlinge“, der die gesamte Konferenz umspannen sollte.

Die Nansen Prinzipien (vorgestellt von Walter Kälin) wurden mit der heutigen Situation von „Klimaflüchtlingen“ in Verbindung gebracht. Jane McAdam stellte daraufhin ihre Gedanken vor, wie „Klimaflüchtlinge“ unterstützt werden könnten, wenn neue (internationale) Abkommen ihrer Meinung nach keine Lösung sein können. Laut Jane McAdam gehören Adaptionsstrategien, anerkannte internationale Standards für intern Vertriebene (IDPs), organisierte internationale Arbeitsmigration und Umsiedlung zu diesen Lösungsansätzen. Einen Einblick in tatsächliche Strategien von unterschiedlichen Ländern, die alle bereits stark vom Klimawandel betroffen sind, gab Roger Zetter. Anhand von Vietnam, Bangladesch und Kenia zeigte er, wie unterschiedlich Staaten und Menschen auf die sich wandelnde Umwelt reagieren bzw. nicht reagieren. Seiner Meinung nach muss es zukünftig einen Paradigmenwechsel bezüglich den Rechten von intern Vertriebenen und Migranten geben. Humanitäre Hilfsangebote müssen außerdem zusammenarbeiten und gemeinsam Druck auf die Regierung ausüben. Die Aktionen in den betroffenen Ländern sollten ferner von reichen industrialisierten Ländern gefördert und finanziert werden. Die industrialisierte Welt ist im Gegensatz zu den ärmsten und Entwicklungsländern kaum vom Klimawandel betroffen und hat daher eine Verantwortung zu erfüllen.

Der erste Tag der Konferenz endete mit einer Filmvorführung im „TOP KINO“. „The Grapes of Wrath“ (1940) von John Ford zeigte ein Amerika der 1930er Jahre, in dem Menschen aufgrund von anhaltender Dürre gezwungen waren ihre Heimat zu verlassen und versuchten ein neues Zuhause in Kalifornien zu finden.

Am zweiten Tag wurde das Projekt „ClimMig“ von Margit Ammer und Pauline Brücker vorgestellt. Danach fanden zwei Panel Sessions statt, in denen verschiedenen Menschenrechtsaspekte im Bezug auf Klimamigration vorgestellt und diskutiert wurden. Themen waren unter anderem:

 

  • Recht auf Nahrung, Wasser, Gesundheit und Land;
  • Zivil- und politische Rechte,
  • Umsiedlung,
  • Rechtsschutz und
  • Klimagerechtigkeit.

Zu der Konferenz gehörte natürlich auch eine Postersession – mit Kaffee und Kuchen.

Zuletzt fand eine politischer runder Tisch statt: Vertreter von IOM, iDMC, der EU und dem Staat Österreich stellten ihre Positionen und Lösungsansätze vor. Diese letzte Runde brachte die vorherigen Diskussionen in direkten Bezug mit tatsächlicher Politik und wirklichen Umsetzungsmöglichkeiten auf politischer Ebene.

Die Konferenz gewährte einen interessanten und vielschichtigen Einblick in die Auswirkungen des Klimawandels auf den Menschen und vor allem die Bedeutung von Menschenrechten in diesem Zusammenhang. Klimamigration hat und wird weiterhin die Wanderungsbewegungen von Menschen beeinflussen. Umweltfaktoren und der Klimawandel müssen dabei stets im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren betrachtet werden. Die Konferenz kann einen Anstoß zu weiterer Forschung liefern. Zukünftig könnte jedoch auch eine breitere Öffentlichkeit angesprochen werden, um das Bewusstsein für klimabedingte Migration zu fördern.

(27.09.2012, Aha)

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