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Internationale Tage

World Humanitarian Day

Ganz im Gegensatz zum Tag der indigenen Völker gab es zu diesem internationalen Tag viel Aufmerksamkeit (siehe Kommentar vom 10. August). Nicht nur, dass verschiedene Medien im Vorfeld darüber berichteten, wie u.a. The Muslim News (17.08.), Alertnet (17.08.) und First Post (18.08.), es gab zum World Humanitarian Day sogar eine Art Hymne von Beyoncé. „I was here“ soll Menschen dazu anregen, anlässlich des Tages mindestens eine gute Tat zu vollbringen. Der UN General-Sekretär Ban Ki-moon unterstützt Beyoncés Botschaft mit seinem Videoclip. Mehrere Prominente aus dem Showbusiness schlossen sich an und unterstützten humanitäres Engagement weltweit (Welt online, 19.08.). Auf der Website des diesjährigen World Humanitarian Day’s wird dazu aufgerufen, seine gute Tat mitzuteilen, um der Welt zu zeigen, wie viele Menschen sich überall für jene in Not engagieren.

Der World Humanitarian Day ist eine gute Möglichkeit um Menschen zu mehr freiwilligem Engagement aufzurufen, sie wachzurütteln und darauf aufmerksam zu machen, wie viel Not es in dieser Welt gibt. Die tatsächlichen Missstände nehmen wir (manchmal) kaum noch wahr, weil es schon Aktivitäten gibt, die den Betroffenen helfen. Die Freiwilligen, die dahinter stehen, vergessen wir allzu oft und daher ist es gut, wenigstens einen Tag im Jahr ihrem Engagement zu widmen! Doch wird auch deutlich, wie leicht es ist, diesen Tag zu feiern und weltweit darauf aufmerksam zu machen, weil er wenig Konfliktpotential in sich birgt. Kaum jemand wird etwas gegen das freiwillige Engagement von Menschen haben, die hungernden Menschen helfen. Kaum jemand wird sich dagegen stellen, wenn sich junge Menschen in Altenheimen engagieren. Kaum jemand spricht die politische Dimension des Helfens an, obwohl der Tag aufgrund einer politisch motivierten Handlung im Jahr 2003 ins Leben gerufen wurde (siehe Kommentar und Hintergründe auf dem OUPblog) .

Sehr selten kommt die Ursache, weshalb Menschen in Not gerieten, zur Sprache (außer bei offensichtlichen Gründen, wie Konflikten und Kriegen, siehe z.B. Mich Café Blog) . Der World Humanitarian Day ist deshalb auch leicht zu feiern, weil er sich gut auf die soziale Komponente beschränken lässt. Laut dem Random House Dictionary bedeutet „humanitarian“, dass man sich für die Förderung des Wohls und der Freude der Mitmenschen engagiert. Dieses Engagement kann alle Menschen betreffen und auch deshalb kann weltweit leicht darauf aufmerksam gemacht werden – keine spezifische Bevölkerungsgruppe steht im Zentrum, weder Frauen, noch Minderheiten noch Ureinwohner. Durch diese breite Fächerung kann sich jeder auf den Aspekt konzentrieren, den er in seinem eigenen Land am besten darstellen und vertreten kann. Noch ein weiterer Faktor kommt hinzu: Mit dem World Humanitarian Day können existierende Initiativen gewürdigt werden. Ein Missstand, der zuvor bestand, wurde sozusagen aufgehoben – die Situation im Land hat sich also verbessert.

Der World Humanitarian Day ist ein Tag, der bereits jetzt viel Aufmerksamkeit erhält – diesen verdient er auch! In Zukunft sollte er aber auch dazu genutzt werden, mehr Druck auf Politik und Wirtschaft auszuüben, um tatsächlich eine Welt gestalten zu können, auf der wir friedlich und glücklich zusammenleben.

(Aha)

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