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Gender, UN

Der UN Climate Fund und die Rolle der Frauen

Nun ist es endlich soweit!

Nach drei Verschiebungen, u.a. aufgrund von Streitigkeiten über die Sitzverteilung, haben sich die insgesamt 48 vertretenen Länder des United Nations‘ Green Climate Fund (GCF) für ihre jeweiligen Vertreter entschieden. Das erste Treffen, welches vor allem organisatorische und operative Angelegenheiten klären und den ersten Arbeitsplan des Funds erstellen soll, wird vom 23. bis 25. August in Genf (Schweiz) stattfinden (siehe Reuters).

Hintergrund zum GCF

Bereits im Dezember 2011 war die Gründung des Ausschusses festgelegt worden. Das Ziel ist, die bis zu 100 Milliarden Dollar bis 2020 auf verschiedene Programme, Politik, Projekte und Aktivitäten, die der Adaption oder Minimierung des Klimawandels dienen, auf verschiedene Entwicklungsländer zu verteilen (siehe Report of the Global Environment Facility to the Conference of the Parties and additional guidance to the Global Environment Facility, nähere Informationen auf UNFCCC) .

Neben der Gestaltung von Mechanismen um den Überblick über die Aktionen zu behalten und der Entwicklung von Sozial- sowie Umweltgarantien für alle Beteiligten muss das Board ebenso Bewerbungs- und Förderungskriterien aufstellen.

Kriterienaufstellung und Gender-Themen

Es ist nur zu hoffen, dass bei diesem Fund das Gender-Thema stärker berücksichtigt wird, als bisher:

Beim Special Climate Change Fund wurde darauf hingewiesen, dass die Zivilgesellschaft, die öffentliche Beteiligung und die Berücksichtigung von Gender-Fragen je nach dem jeweiligen Projekt mit eingeschlossen werden kann, aber nicht muss. Und diese soziale Komponente wurde natürlich auch erst nach der Aufzählung der wichtigeren Kriterien „technische Umsetzung“, „Finanzierung“ und „Nachhaltigkeit“ genannt.

Nebensächlich scheint, dass…

  • die Umsetzung und längerfristige Durchführung von Menschen abhängt, die direkt vor Ort leben und arbeiten und,
  • die jetzt schon Betroffenen wahrscheinlich am besten und effektivsten Lösungen entwerfen, umsetzen und bei anderen für die Neuerung werben können.

Der Einbezug von Betroffenen muss der Ausgangspunkt für den Entwurf von Strategien sein und darf deren Beteiligung in keiner Phase der Umsetzung vernachlässigen oder sogar vergessen!

Die Rolle der Frauen bei der Adaption zum Klimawandel

Frauen spielen dabei eine besondere Rolle, wie auch ein gestriger Artikel von Alternet zeigte. Anhand des Beispiels von Sri Lanka wird eine der wenigen Maßnahmen vorgestellt, die von Anfang an die Perspektiven und Ideen der Frauen mit einbezieht. Mit verschiedenen Aktivitäten musste auf den immer häufiger auftretenden Wassermangel reagiert werden. Frauen wurden dabei ins Zentrum der Planung und Durchführung gestellt:

Aufgrund ihrer Rolle in der srilankesischen Gesellschaft sind Frauen die Hauptverantwortlichen für häusliche Arbeiten. Deshalb haben sie u.a. die Kontrolle und Übersicht über den tatsächlichen Wasserverbrauch (z.B. bei der Essenszubereitung und beim Waschen). Außerdem müssen sie heutzutage viel häufiger allein oder als Oberhaupt die Landwirtschaft ihrer Familie betreiben, da ihre Ehemänner aufgrund des sinkenden landwirtschaftlichen Ertrages in Städte migrieren und dort Arbeit suchen. Frauen entwarfen nicht nur die Maßnahmen sondern warben auch bei anderen sehr erfolgreich für die Änderungen. Laut dem Alternet hätten die Adaptions- und Minimierungsstrategien ohne die direkte und aktive Mitwirkung von Frauen nicht effektiv entworfen und umgesetzt werden können.  Eine Feststellung, die durch verschiedene Studien, wie Gender and Climate Change Supporting Resources Collection von Georgina Aboud (2011) und Women at the frontline of climate change. Gender Risks and Hopes von C. Nellemann et al. (eds.) UNEP 2011, gestützt wird.

Konsequenzen für den GCF

Für den GCF bedeutet dies, dass gleich zu Beginn Gender-Themen auf den Tisch kommen und sich durch den gesamten Plan ziehen sollten. Bei der ersten Sitzung sollte daher nicht nur festgelegt werden, welches Land Standort des Funds werden sollte (momentan bewerben sich sechs Länder), sondern es muss von Anfang an geklärt werden, welche Rolle u.a. Gender-Themen spielen und auf welche Art und Weise direkt Betroffene beim Fund mitwirken sollen!

Doch da bisher eher Machtspiele um die Sitzverteilung wichtiger waren, als das schnelle Agieren, scheint das eher unwahrscheinlich!

(Aha)

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